#7 Die Insektenmaschine

Der Niedergang der Autoindustrie hat etwas mit dem Sterben der Insekten zu tun. Hierfür gibt es eine schlüssige Beweisführung. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass es in diesem Sommer erstmals nur ein Fünftel der üblichen Insekten gibt, die sich ansonsten vor allem für Menschenblut oder Süßkram auf den Terrassen der Republik begeistern. Versuche herauszufinden, wo die Tierchen denn geblieben sind, sind zum Scheitern verurteilt, weil ja bislang jedes Jahr eine neue Generation von Insekten hervorkam – woher die auch immer hervorkriechen. Jedenfalls sind sie in diesem Jahr eben nicht wieder hervorgekommen. Ein Kreislauf wurde unterbrochen. Das war die erste Feststellung in der äußeren Umwelt.

Klar ist, dass auch früher schon Insekten im Wesentlichen durch ihre unterschiedlichsten Todesarten aus der Masse der Geschöpfe hervortraten. Die meisten von ihnen waren dazu bestimmt, nur einen Sommer lang zu fliegen oder zu krabbeln. Wie viele wurden an Windschutzscheiben zermatscht, wie viele durch Insektenspray ins Taumeln gebracht, so dass sie benommen in Kerzen fallen mussten, um dort zu verbrennen? Fliege tot, um den Wind zu schützen? Insektenspray, um deren Haare hoch zu toupieren? Das sind doch alles Ideen des militärisch-industriellen Komplexes gewesen, um den Spaß am Insektentöten zu legalisieren. Massenmord, der Fahrfreude macht. Eine ganze Industrie hat sich an den Mückenleichen genährt. Und sich überfressen, wie es scheint.

Ein solches Insektensterben gibt es besonders häufig in Zeiten des politischen Wahlkampfes der Menschen. Und jetzt ist es in Deutschland wieder soweit. Bundestagswahl droht. Und eines der Wahlthemen ist das Auto, des Deutschen liebstes Insekt. Kein Mensch möchte mehr Autos kaufen, die mit Dieselpower fahren, bis auf Dienst-SUV-Inhaber, denen auch das egal ist. Die Politik unterstützt entweder die Nachrüstung der Dieselfahrzeuge oder deren Ersatz durch Stromfahrzeuge, deren Strom nicht durch Diesel erzeugt wird, hoffentlich. Der Grund ist angeblich, dass Diesel schmutzig ist und Menschen umbringt. Um die Insekten kümmert sich wieder keiner.

Der wahre Grund aber, dass keiner mehr Diesel haben will, ist die Erkenntnis, dass selbstentzündende Gemische beim Imkreisfahren besonders tödlich für die Insekten innerhalb dieses Kreises sind. Denn was wird am meisten im Kreis gefahren – Benzin, Strom, Wasserstoff? Es ist die Menschmaschine mit Dieselautomobil, also den sich selbst bewegenden Sesseln mit Dieselentzündung. Meistens auf Autobahnen, die einem Kreis, Oval oder Donut ähneln. Genau genommen also auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück. Man fährt aus der Boxengasse an der Seitenstraße des Arbeitslebens auf die Autobahn und kommt nach einem ausgiebigen Boxenstopp von 8 Arbeitsstunden zurück an den Ziel/Start-Bereich. 220 Tage im Jahr. Bei dieser Art des Dieselverbrauchs sind im letzten Jahr besonders viele Insekten gestorben, so dass sie nicht mehr rechtzeitig für Nachwuchs fürs Folgejahr sorgen konnten. Und weil die Autoindustrie keinen anderen Weg fand, sich bei den Insekten zu entschuldigen, haben sie sich überlegt, die Autos mit den meisten Insektentoten abzuschaffen, auf dass die Welt eine bessere werde, mit Insekten, welche die Blumen bestäuben, mit Bienen, die Obst und ab und zu einen Bienenstich produzieren und überhaupt mit mehr sechsbeiniger Fortbewegung. Ende einer Industrie, q.e.d.

Fad Gadget / Insecticide / https://www.youtube.com/watch?v=GTf5hzXtXPY 

Depeche Mode / Fly On The Windscreen / https://www.youtube.com/watch?v=KaJLuPMeokI

Kai Niggemann / Menschmaschine / https://www.youtube.com/watch?v=g1wesLlopsQ

British Sea Power / Apologies To Insect Life / https://www.youtube.com/watch?v=_doAObH_lQ4

The Prodigy / Diesel Power / https://www.youtube.com/watch?v=PwntZfuyJG0

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