Einrichtungsaktivitäten oder semipermeable Membranen des Lebens

Bekanntlich ist noch niemand an seiner Jacke gestorben, es sei denn, er wäre gefallen, die Hände in der Tasche vergraben. Es gibt Dinge im Leben, die funktionieren nur in eine Richtung. Wie Einbahnstraßen, nur ohne die Schilder. Darüber dachte ich nach, als ich vor dem Aquarium meines Nachbarn stand. Ihn kannte ich schon von Jugend…

Bekanntlich ist noch niemand an seiner Jacke gestorben, es sei denn, er wäre gefallen, die Hände in der Tasche vergraben. Es gibt Dinge im Leben, die funktionieren nur in eine Richtung. Wie Einbahnstraßen, nur ohne die Schilder.

Darüber dachte ich nach, als ich vor dem Aquarium meines Nachbarn stand. Ihn kannte ich schon von Jugend an. Wegen seines Aquariums war auch mein erstes Haustier ein Fisch gewesen, Teenagerträume, umgesetzt. Der Nachbar war im Urlaub, und ich sollte die Fische füttern. Das klingt zunächst nach Verantwortung, ist aber in Wahrheit eine philosophische Tätigkeit. Man steht vor einer Glasscheibe und überlegt, was aus Dingen werden kann und was nicht.

Aus Fisch kann man Fischstäbchen machen. Das weiß jeder. Umgekehrt hat noch niemand eine Packung Fischstäbchen ins Wasser geworfen und gewartet, bis ein Schwarm Seelachse daraus wird. Die Natur sagt an dieser Stelle höflich, aber bestimmt: „Nee.“ Und die Katzen freut es, denn sie mögen Fischstäbchen.

Ähnlich verhält es sich mit Hühnern und halben Hähnchen. Aus Hühnern werden regelmäßig halbe Hähnchen. Umgekehrt hat noch nie jemand beim Imbiss gefragt: „Entschuldigung, wenn ich zwei halbe Hähnchen bestelle, bekomme ich dann ein lebendiges Huhn zurück?“ Das wäre ungefähr so sinnvoll wie die Frage: „Frau Doktor, kann man da noch was machen?“ Manche Entwicklungen haben ein natürliches Ende. Man muss es nicht mögen, aber die Physik wirkt bei derartigen Anliegen oft etwas unmotiviert.

Das Aquarium selbst ist ebenfalls ein Beispiel. Aus einem Aquarium kann man, bei entsprechendem Ehrgeiz und zu wenig Respekt vor Inneneinrichtung, Fischsuppe machen. Aber aus Fischsuppe wird nie wieder ein Aquarium. Niemand sitzt in seiner Küche vor einem Topf und denkt: „Wenn ich jetzt noch ein bisschen Silikon und drei Guppys dazugebe, kriege ich das vielleicht auf die ein oder andere Weise wieder hin.

Mein Nachbar hatte übrigens einmal die Idee, sich Miethaie zu besorgen. Offenbar gibt es Menschen, die glauben, jedes Problem lasse sich durch die zeitweilige Verfügbarkeit eines Hais lösen. Ich habe nicht nachgefragt. Fest steht: Auch aus Miethaien kann man theoretisch Fischstäbchen machen. Aus Fischstäbchen aber eben keine Miethaie. Gemietete Haie sind ohnehin aus der Mode geraten. Wahrscheinlich wegen der Rückgabebedingungen.

Und dann sind da diese atmungsaktiven Jacken. Die werben immer damit, dass sie atmen. Das tun sie auch. Allerdings nur nach außen. Nach innen interessiert sich die Jacke nicht für dein Befinden. Die Jacke sagt im Grunde: „Deine Feuchtigkeit nehme ich gerne, meine gebe ich nicht her.“ Sie macht das mit Überdruck. Es ist ein Geschäftsmodell, das man auch aus anderen Bereichen kennt.

Am Ende habe ich den Fischen dann Trockenfutter gegeben, das nach Fisch roch. Wer weiß schon, was „die“ da reintun?

Pussycat / One Way Wind / https://youtu.be/WkOy4T3jRIY?is=6S3aivzxxkBq7eXz

One Direction / One Way or Another (Teenage Kicks) / https://youtu.be/36mCEZzzQ3o?si=TSjnx_eVTssaUpKL

The Undertones / Teenage Kicks / https://youtu.be/PinCg7IGqHg?si=P8fHNcikuSSTkDSi

The Prodigy / Breathe / https://youtu.be/6_PAHbqq-o4?si=5iTnDlkPbxRb3qKy